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Arthur Køpckes Arkiv

Udateret, antagelig efterår 1959

Sender

Jürg Schoop

Recipient

Arthur Køpcke

Document content

Awaiting summary

Transcription

Lieber Herr Köpcke,

Arne Juel hat mir geschrieben, dass er meine Ausstellung
machen möchte anstelle von Ihnen. Prinzipiell habe ich
natürlich nichts dagegen, nur kenne ich diese Galerie
leider nicht. Ich hoffe nicht, dass ich da einen sehr
schlechten Tausch mache, wissen Sie, die Galerien schiessen
heute so ziemlich aus dem Boden. Ich möchte nicht aus-
stellen, nur damit ich ausgestellt habe und eine Menge
Kosten habe. Ich glaube zumindest erwarten zu dürfen,
dass meine Ausstellung in gute Hände kommt.Ich wäre Ihnen
sehr dankbar, wenn Sie mir in dieser Hinsicht eine, wenn
auch nur kurze Mitteilung zukommen liessen. An Mr. Juel
habe ich auch geschrieben, wir müssen nur noch ein Datum
vereinbaren.
Nun sind mir letzte woche Ihre Gedichte, die mir Nico
damals überlassen hat, wieder in die Hände gekommen.
Letztes Jahr plante ich eine literarische Sondernummer für
den "clou". Daraus ist aber nun nichts geworden, weil die
Redaktion allmählich in andere Hände kam und das Erscheinen
eingestellt werden musste. Leider ist das Niveau des "clous"
seitdem ich meine Mitarbeit eingestellt hatte, ständig ge-
sunken. Nicht dass es allein dadurch verursacht wurde,aber
allzuviele Köpfe nahmen sich der Sache an und die ursprüng-
liche Idee geriet mehr und mehr in Vergessenheit. Der Heraus-
geber nahm die Zeitschrift zum Anlass, persönliche Vor-
lieben zu propagieren, und gewährte Leuten Schreibrecht,
die hier in der Schweiz -wie anderswo unter "freien Nationen"
verpönt sind, wie Trotzkisten und sehr linksgerichtete
Anti-Atomaufrüster. Eine breite Wirkung des "clou" wurde
durch Hetzkampagnen seitens der freisinnigen Presse verun-
möglicht, der Herausgeber inpersönlicher Weise beschmutzt.
In letzter Minuta haben sich bedeutende Männer der Sache
angenommen, wie auch der Redaktor einer bedeutenden Tageszeitung,
und den Herausgeber rehabilitiert. Anscheinend soll nun
als Versuch wieder eine Nummer herausgegeben werden, aber
ich betrachte die Sache heute als hoffnungslos. Wer heute
Opposition in politischen Dingen macht, ist so gut wie
ein Kommunist.
Ich trage mich nun mit dem Gedanken, wieder eine neue,
rein literarische und kulturelle Zeitschrift zu machen,
ohne den Ehrgeiz zu haben, ein grösseres Publikum zu er-
reichen. Ich stelle mir eine einigermassen gleichgesinnte
wenn möglich internationale Künstlergruppe vor (Literaten,
Maler, Fotografen,Architekten) die mit kritischen und
dokumentarischen Beiträgen ein möglichst hohes Niveau
wahren soll.Vorerst soll die Zeitschrift nur verviel-
fältigt, und ein Teil mit Originalgrafik und Fotos erschei-
nen. Falls sich angesehene Mitarbeiter beteiligen,würde
sich ein Verleger schon finden lassen.
Dichten, Schreiben Sie auch noch? wenn Sie, lieber Herr
Köpcke, an einem solchen Unternehmen interessiert sind,
werde ich Ihnen gerne detailiertere Gedanken unterbreiten.
Ich hoffe sehr, von Ihnen was Kleines zu hören.

Mit herzlichen Grüssen Ihr Jürg Schoop

Facts

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Letter

tysk

Der er ialt tre breve fra Schoop til Køpcke i arkivet. De to andre er fra hhv. marts og september 1959. Dette brev er nok skrevet efter de to andre, eftersom nye udstillingsplaner nævnes.

Romanshorn

Med personligt stempel.

København
Arne Juel
Egon Karl Nicolaus

Aros, Arthur Køpckes Arkiv